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Schrift und Umschrift
Aldrín wird in einer eigenen Schrift geschrieben. Ihre Zeichen sind geschwungen und innerhalb eines Wortes miteinander verbunden. Die Schrift entwickelte sich über viele Generationen aus Nævir, einer älteren Runenschrift.
Im Handbuch stehen die Wörter zusätzlich in lateinischer Umschrift. Sie zeigt, wie ein Wort gelesen und ausgesprochen wird, auch wenn du die aldríschen Schriftzeichen noch nicht kennst. Beide Darstellungen gehören zur selben Sprache.
Die Aussprache
Neben vielen Wörtern steht zwischen Schrägstrichen ihre Lautschrift, etwa /ˈmiɾel/ für myrel (Schatten). Sie folgt dem Internationalen Phonetischen Alphabet, kurz IPA, in dem jedes Zeichen für genau einen Laut steht. Die Tabellen nennen zu jedem Buchstaben der Umschrift sein Lautzeichen. Zwei weitere Zeichen gelten für alle Wörter: ˈ steht vor der betonten Silbe, ː hinter einem Laut zeigt, dass er lang ist.
Die Vokale
Zu den wichtigsten Vokalzeichen der Umschrift gehören a, e, i, o, u, y, æ und ø. Die Zeichen i und y werden gleich ausgesprochen.
| Buchstabe | Laut | So sprichst du ihn | Beispiel |
|---|---|---|---|
| a | /a/ | kurz, wie in Ball | Mara – Hand |
| e | /e/ | geschlossen und kurz, wie das erste e in Methode | tela – zählen |
| i | /i/ | geschlossen, wie in Liebe, nur kürzer | sil – lautlos |
| o | /ɔ/ | offenes, kurzes o wie in Sonne | nor – nicht, nein |
| u | /u/ | geschlossen, wie in Mut, nur kürzer | surun – Lärm |
| y | /i/ | wie i, nie wie ü | myrel – Schatten |
| æ | /æ/ | sehr offen, offener als das deutsche ä, wie im englischen cat | Jærta – Herz |
| ø | /ø/ | wie ö in schön, nur kürzer | røna – kriechen |
æ und ø sind selten und werden nie durch a, e oder o ersetzt: Jærta /ˈjærta/, Æryth /ˈæɾiθ/ (Seele), røna /ˈɾøna/.
Der Buchstabe å steht in skårn (andere) und in Namen wie Corvskår /ˈkɔɾvˌskaɾ/ und Vindskår. Er wird wie a gesprochen.
Lange Vokale
Ein Akut über dem Vokal bedeutet, dass er lang gesprochen wird. Er steht nur in Eigennamen und in der Endung -ún.
| Zeichen | Laut | So sprichst du ihn | Beispiel |
|---|---|---|---|
| í, ý | /iː/ | langes i, wie in Biene | Skýhald /ˈskiːhald/ – Fliegende Festung |
| ú | /uː/ | langes u, wie in Schuh | solún /ˈsɔluːn/ – Stern |
Zur Endung -ún gehören neben solún auch tholún /ˈθɔluːn/ (Kreis) und melún /ˈmeluːn/ (zwischen den Welten).
Die Konsonanten
| Buchstabe | Laut | So sprichst du ihn | Beispiel |
|---|---|---|---|
| b | /b/ | wie in Ball | bira – warten |
| d | /d/ | wie in Dach | aeldir – Geist |
| f | /f/ | wie in Fell | fo – von |
| g | /ɡ/ | immer hart, wie in Gast | Aegyr – Greif |
| h | /h/ | wie in Haus | hedu – was |
| j | /j/ | wie in Jahr | Jolth – Jahr |
| k | /k/ | wie in Kind | kem – du |
| l | /l/ | wie in Lampe | lia – glauben |
| m | /m/ | wie in Mond | mae – mit |
| n | /n/ | wie in Nacht | nella – brechen |
| p | /p/ | wie in Pass | Djúpt Benfar – Tiefe Narbe (Name) |
| s | /s/ | immer stimmlos, wie in Hass, auch am Wortanfang | sila – verstummen |
| t | /t/ | wie in Tag | tela – zählen |
| v | /v/ | wie das w in Wasser | vena – sich bewegen |
| w | /v/ | wie v | in keinem heutigen Wort |
| sk | /sk/ | s und k getrennt, wie in Skat | sker – erwecken |
| ng | /ŋ/ | ein einziger Laut, wie in singen, ohne g dahinter | ringa – läuten |
Im heutigen Wortschatz kommt p nur im Namen Djúpt Benfar vor, w in keinem Wort. Die Buchstaben c, q, x und z gehören nicht zum Lautsystem des Aldrín; c steht nur in Namen wie Corvskår und Silværnloch.
Besondere Laute
| Buchstabe | Laut | So sprichst du ihn | Beispiel |
|---|---|---|---|
| th | /θ/ | ein einziger stimmloser Laut, nicht t und h nacheinander: Die Zungenspitze liegt leicht zwischen den Zähnen, die Luft streicht vorbei, wie im englischen thing | Thyrin /ˈθirin/ – Wind |
| lh | /l̥/ | ein gehauchtes l ohne Stimme; die Lautschrift setzt dafür einen kleinen Ring unter das l | lhila /ˈl̥ila/ – ruhen |
| r | /ɾ/ | ein einzelner Zungenschlag: Die Zungenspitze tippt einmal kurz an den Gaumen, wie im spanischen pero; kein gerolltes r und kein Rachen-r | raela – aufstehen |
ð kommt nur in alten, heiligen Namen vor. Es ist das stimmhafte th des englischen this, etwa in Veyshaðora (Tor der Welten), dessen sh wie sch klingt.
Vokalpaare
ae und æ sind verschieden. ae sind zwei Vokale, erst a, dann e, die ineinander übergehen: Aegyr /ˈaeɡir/, aelon /ˈaelɔn/ (ewig). æ ist ein einziger Laut: Æryth /ˈæɾiθ/.
Auch die folgenden Paare sind zwei Laute in einem Atemzug:
| Paar | So sprichst du es | Beispiel |
|---|---|---|
| ai | wie ei in Weise | vai /vai/ – wenn |
| au | wie au in Haus | aumis /ˈaumis/ – Wunder |
| ey | e, das in i übergeht | veyra /ˈveiɾa/ – Tor, Schwelle |
Silben und Betonung
Die meisten Silben sind einfach gebaut: ein Konsonant und ein Vokal wie in fo, dazu oft ein Schlusskonsonant wie in kem. Viele Wörter bestehen aus zwei solchen Silben, etwa tela und bira. Häufig sind l, r, n und m: myrel, minel, lhirin.
Betont wird in der Regel die vorletzte Silbe: myrel /ˈmiɾel/, aelon /ˈaelɔn/, Velornis (Welt) mit Ton auf lor. Die Mehrzahl auf -or verschiebt die Betonung nicht: myrel – myrelor /ˈmiɾelɔɾ/, solún – solúnor /ˈsɔluːnɔɾ/.
Lesen und Schreiben
Die aldrísche Schrift verläuft von links nach rechts. Zwischen den Wörtern bleibt ein Abstand. Innerhalb eines Wortes verbinden feine Linien die einzelnen Zeichen. Als Orientierung dient eine gedachte obere Schreiblinie, von der die Hauptstriche ausgehen. Der Schreibdruck lässt kräftige Hauptstriche und feine Verbindungen entstehen.
Großbuchstaben im lateinischen Sinn gibt es nicht. Am Anfang eines Wortes kann eine größere Anfangsform stehen.
Die folgende Tabelle zeigt die Zeichen einzeln. Daneben stehen die entsprechenden Buchstaben der Umschrift und ihre Lautwerte. Beim Schreiben werden die Zeichen innerhalb eines Wortes verbunden.
| Zeichen | Buchstabe | Laut | Beispiel |
|---|---|---|---|
| a | /a/ | Mara – Hand | |
| b | /b/ | bira – warten | |
| c | nur in Namen | ||
| d | /d/ | aeldir – Geist | |
| e | /e/ | tela – zählen | |
| f | /f/ | fo – von | |
| g | /ɡ/ | Aegyr – Greif | |
| h | /h/ | hedu – was | |
| i | /i/ | sil – lautlos | |
| j | /j/ | Jolth – Jahr | |
| k | /k/ | kem – du | |
| l | /l/ | lia – glauben | |
| m | /m/ | mae – mit | |
| n | /n/ | nella – brechen | |
| o | /ɔ/ | nor – nicht, nein | |
| p | /p/ | Djúpt Benfar – Tiefe Narbe (Name) | |
| q | kein Laut im Aldrín | ||
| r | /ɾ/ | raela – aufstehen | |
| s | /s/ | sila – verstummen | |
| t | /t/ | tela – zählen | |
| u | /u/ | surun – Lärm | |
| v | /v/ | vena – sich bewegen | |
| w | /v/ | in keinem heutigen Wort | |
| x | kein Laut im Aldrín | ||
| y | /i/ | myrel – Schatten | |
| z | kein Laut im Aldrín |
Einige Wörter in aldríscher Schrift:
Die Geschichte der Schrift
Die Schriftgeschichte reicht bis zu den Seefahrern zurück, die Runenzeichen nach Aldrímar brachten. Über die Jahrhunderte entstanden neue Formen und Zeichen. Daraus entwickelte sich Nævir: eine kantige Schrift, deren Zeichen einzeln in Holz, Stein und Metall geritzt wurden. Sie blieb besonders für Inschriften und überlieferte Schwüre bedeutsam.
Mit der Verbreitung von Feder und Tinte änderte sich auch die Schreibweise. Briefe, Karten und Logbücher ließen sich mit geschwungenen Zeichen leichter schreiben. Aus den voneinander getrennten Zeichen entwickelte sich die verbundene aldrísche Schrift. Für feierliche Texte werden besondere Schmuckformen verwendet.
Nævir wurde geritzt. Aldrín wurde geschrieben.












